Steigende Gaspreise

Im Zuge des hohen Ölpreises steigen auch die Preise für Strom und Gas. Zum ersten August haben viele Erdgasversorger ihre Gaspreise erhöht. Betroffen von den steigenden Gaspreisen sind vor allem die norddeutschen Gaskunden. Großkonzern E.ON, der nicht nur viele tausend Haushalte in Hamburg, Schleswig-Holstein und dem nördlichen Niedersachsen beliefert, sondern auch in Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg.
Die Gasanbieter haben ihre Tarif um durchschnittlich 15 Prozent erhöht. Einige Erdgasunternehmen verteuerten ihren Gaspreis um fast 18 Prozent. Umgerechnet sind das für einen Musterhaushalt im Jahr Mehrausgaben von etwa 250 Euro.

Doch nicht nur die großen Gasunternehmen, auch kleinere Anbieter haben im August Preissteigerungen vorgenommen. Für September stehen weitere Gaspreiserhöhungen mehrerer Gasversorger und kleinerer Stadtwerke aus. Die Rede ist von Preiserhöhungen um die 40 Prozent. Ob es wirklich zu solch drastischen Gaspreisanstiegen kommt, ist unklar. Fest steht aber, dass die Gasunternehmen wohl weiter an der Preisschraube drehen werden. Energieexperten gehen von Erhöhungen bis zu 20 Prozent aus und nennen dies als Obergrenze.

Die Gaspreisentwicklung der vergangenen Monate lässt nichts Gutes erahnen. Gerade im Winter, wenn in den Haushalten wieder verstärkt geheizt werden muss, werden die hohen Gaspreise wahrscheinlich tiefe Narben hinterlassen. Schon jetzt wissen viele Verbraucher nicht mehr, wie sie ihre Energiekosten tragen sollen.

Da der Gaspreis an den Ölpreis gekoppelt ist und die Lage am Ölmarkt angespannt ist, wird es sich mit der Gaspreisentwicklung nicht anders verhalten. Bisher ist noch keine Änderung der Lage absehbar.

Warum ist der Gaspreis an den Ölpreis gekoppelt?

Viele Betroffene Gaskunden ärgert es berechtigterweise, dass sich der Gaspreis nach dem Ölpreis richtet und dadurch der Gaspreis in regelmäßigen Abständen erhöht wird. Denn eine wirkliche Berechtigung für die Ölpreisbindung gibt es heute nicht mehr.  Sie wurde damals, in den sechziger Jahren, zur Förderung und Investitionssicherung des Rohstoffs eingeführt. Heutzutage ist die Koppelung der Preise jedoch nicht mehr zeitgemäß.

Die Gasunternehmen begründen Ihre Preisgestaltung mit den gestiegenen Beschaffungskosten für Gas. Außerdem sei für eine sichere Erdgasversorgung das Fortbestehen der Ölpreisbindung notwendig. Nach Angaben von Verbraucherzentralen sind die Begründungen der Unternehmen jedoch nicht stichhaltig. Gestiegene Beschaffungskosten machten nur ein Drittel des Verkaufspreises aus. Verbraucherschützer raten dazu, die Preissteigerungen nicht hinzunehmen und entweder den Gasversorger zu wechseln oder so lange den alten Gaspreis zu bezahlen, wie das Unternehmen die horrenden Gaspreissteigerungen nicht begründen konnte.